Zum Gebäude Mohrenstraße 63

Das frühere Gebäude der Allianzversicherung, Mohrenstraße 63-64, nahm im ehemaligen Versicherungsviertel von Berlin eine herausragende Stellung ein. Er wurde 1913-16 nach einem Entwurf von Bodo Ebhardt an Stelle eines fünfgeschossigen Mietshauses ausgeführt. In der dem Straßenverlauf folgenden abgewinkelten Bauflucht setzte Ebhardt eine dreigeschossige Tempelfassade über eine zweigeschossige Sockelrustika in Formen der italienischen Hochrenaissance. Die säulengeschmückte Hauptfront mit giebelbekröntem Mittelrisalit an der platzartigen Aufweitung der Mohrenstraße stand vor dem Krieg in Beziehung zu der früher in der Platzmitte stehenden Dreifaltigkeitskirche. Seit den Kriegszerstörungen und durch die städtebaulichen Eingriffe der 1970er und 1980er Jahre ist der ehemals dreieckige Platz, der sich an der Mündung der Glinkastraße in die schräg verlaufende Mauerstraße ergeben hatte, nicht mehr erkennbar. Im Inneren des Gebäudes sind Teile der repräsentativen Ausstattung der 1950er Jahre erhalten, die ursprünglich zu den Räumen der "Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft" gehörte.

Heute sind eine Reihe von Kulturverbänden Mieter im Haus Mohrenstraße 63 in Berlin-Mitte. Unter ihnen ist der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, der Landesverband Berliner Galerien, die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft und als größter Mieter der Deutsche Kulturrat.

Quelle: Denkmaldatenbank Berlin